Warum Vorlesen so wichtig ist


Laut den Studien der Stiftung Lesen, die sie seit 2007 jährlich durchführt, lesen heute zu wenige Eltern ihren Kindern vor, in einem Drittel der Familien hat das Vorlesen sogar gar keinen Platz mehr.

Die Studien zeigen ebenfalls, wie wichtig es für die kindliche Entwicklung ist möglichst frühzeitig und vor allem regelmäßig vorgelesen zu bekommen. Regelmäßiges Vorlesen fördert die Bildungschancen des Kindes, da man die Lesekompetenz fördert. Diese ist eine zentrale Schlüsselqualifikation für die Schule und die weitere Laufbahn danach.

Klassische Vorlesealter


Man kann sagen, dass das klassische Vorlesealter mit ca. 2 beginnt und mit ungefähr 8 Jahren langsam endet, wenn die Kinder selbst beginnen zu lesen. Es gibt heutzutage jede Menge Bilderbücher, mit deren Hilfe die Eltern ihre Kinder schon vor dem Vorlesealter mit dem Medium Buch vertraut machen können. Die Vorlesezeit ist je nach Kind ganz individuell. Das Kind zeigt auf seine Weise, wann es genug hat. Das Einschlafen während des Vorlesens ist ein solches Zeichen, mein Sohn Luca war darin Weltmeister.


Positive Nebeneffekte des Vorlesens


Zu den positiven Effekten des regelmässigen Vorlesens für die individuelle Kindesentwicklung gehört nicht nur die Tatsache, dass es Spass macht, sondern vor allem, dass es eine Vielzahl von grundlegenden Fähigkeiten fördert. Vor allem die kognitiven Fähigkeiten der Kinder werden immens gefördert, das sind sowohl der Wortschatz des Kindes und die Wortwahl, wie auch die Konzentrationsfähigkeit. Zudem werden die Phantasie und die Kreativität angeregt.

Laut den Studien der Stiftung Lesen werden auch die soziale und emotionale Kompetenz der Kinder gefördert, da die Kinder durch die Geschichten lernen, sich in andere hinein zu versetzen und andere Sichtweisen kennenlernen.


Lesen als Ritual im Alltag


Das Eltern- Kind-Verhältnis erfährt durch das tägliche Vorleseritual eine Stärkung und die Kinder kommen innerlich zur Ruhe, wenn man es sich abends gemeinsam vor dem Schlafengehen gemütlich macht und gemeinsame Lesezeit verbringt. Das Einschlafen wird so bei vielen Kindern erleichter, denn sie lernen, dass die abendliche Vorlesezeit den Tag abrundet und es Zeit zum Schlafen ist. Sind die Kindern etwas älter, ist festzustellen, dass sie frühzeitig den Wunsch äußern selbst lesen lernen. So verwundert es auch nicht, dass Kinder, die regelmäßig vorgelesen bekommen, leichter Lesen und Schreiben lernen, was ihnen ihren weiteren schulischen Weg sehr erleichtert.

Ein weitere Pluspunkt ist, dass Kinder nach dem gemeinsamen Lesen, die dort angeführten Themen besprechen wollen. Sie lernen dadurch frühzeitig Themenkomplexe zu erfassen und sich mit diesen im Gespräch auseinander zu setzen. Diese sind gerne auch Gesprächsstoff in der Familie und fördern die Kommunikationsfähigkeit nachhaltig. Kalle und ich sind der Meinung, das sind mehr als genug Gründe noch heute Abend gemeinsam ein Buch zu lese und wir wünschen ganz viel Spaß dabei!


Vorlesetipps

Kinder lieben es vorgelesen zu bekommen und wir sollten ihnen diesen Herzenswunsch erfüllen. Wie man das gemeinsame Ritual noch schöner gestalten kann, damit die gemeinsame Vorlesezeit zu einer wahren Phantasiezeit wird, erfahrt Ihr hier. 

  1. Vorlesen als Ritual
    Vorlesen zum Ritual machen, dies gelingt am besten durch feste Vorlesezeiten, besonders empfehlenswert ist der Abend. Was gibt es für einen schöneren Weg den gemeinsamen Tag abzuschließen? Vielen Kindern verhilft das gemeinsame Ritual auch dazu besser einzuschlafen.
  2. Die richtige Atmosphäre für Euer  Ritual  Die Lesezeit sollte entpannt und ruhig sein, so können sich die Kinder entspannen und runterkommen von den Geschehnissen des Tages. Nie in Hektik das Leseritual beginnen.
    Nehmt Euch die nötige Zeit zum gemeinsamen Vorleseritual. Kinder lieben es sich mit Euch gemeinsam auf die Couch oder aufs Bett zu kuscheln.
  3. Lasst die Kinder Teil der Vorbereitungen sein
    Die Kinder sollten Teil der Vorbereitungen sein, das steigert die Vorfreude und fördert die Eigenverantwortung. Die Kinder können viele Aufgaben übernehmen, wie kuschelige Kissen bereitlegen, ihr Kuscheltuch holen oder gemeinsam mit Euch eine Kerze anzünden.
  4. Bücherwünsche des Kindes auf jeden Fall mit einbeziehen
    Der Buchwünsche des Kindes hinsichtlich Buch, Bücherreihe oder Thema sollten auf jeden Fall berücksichtigt werden, denn in erster Line ist das Vorleseritual für das Kind gedacht. Es bleibt nicht aus, dass man ein und dasselbe Buch gefühlte 100 Mal vorlesen muss, aber auch das gehört dazu. Bei uns war das immer Peterson und Findus, und man glaubt es kaum auch mit 14 Jahren liebt mein Sohn die Bücher noch.
  5. Fragen beantworten
    Sollte es beim Vorlesen zu Fragen kommen, ist es wichtig darauf einzugehen, denn genau das sind die Dinge, die Euer Kind bewegen und auf die man genauer eingehen sollte. 
  6. Spannend vorlesen
    Eure Stimme und das Spiel damit entscheidet darüber, wie spannend das Buch ist, also probiert Euch aus. Verschiedenen Charaktere kann man einfach mit unterschiedlichen Stimmen lesen und sie so wunderbar zum Leben erwecken. Aber Vorsicht: manchmal muss man sich über Wochen manchmal gar Monate merken, wen man wie gelesen hat, die Kids können es sich auf jeden Fall merken. 
  7. Die Bücher sollten an Euer Kind angepaßt sein 
    Ängstliche Kinder bevorzugen eher fröhliche Bücher, lebhafte und forsche Kids mögen auch die Lektüre von etwas wilderen, abenteuerlichen Büchern. 
  8. Es dürfen auch mal moderne Medien sein
    Kinder werden heute bereits frühzeitig an moderne Medien herangeführt, also dürft Ihr auch schon mal von einem ebook Reader oder dem Handy vorlesen. Schöne Geschichten gibt es auf https://www.einfachvorlesen.de/ 
     
    Kalle und ich wünschen Euch und Euren Kids wunderschöne Vorlesestunden!