Mein Andersopa

Rolf Barth und Daniela Bunge

Unbezahlte Werbung – Rezensionsexemplar


Opa ist Neles bester Freund, da er viel Zeit hat, ist er für Nele da, wenn ihre Mama keine Zeit hat und arbeiten muss. Opa ist immer sehr gepflegt, trägt ein weißes Hemd mit Sakko, ganz der feine Herr, der den Hut hebt und freundlich grüßt. Nele erlebt so einiges mit Ihrem Opa, sie gehen spazieren und angeln, backen Kuchen und besuchen Oma auf dem Friedhof.
Dann kommen die Sommerferien und Opa will nicht wie sonst mit Nele und Mama in den Urlaub fahren.
Als Nele ihn bei ihrer Rückkehr besucht, traut sie ihren Augen nicht. Opa ist unrasiert und im Schlafanzug, am helllichten Nachmittag!

Problemthemen werden thematisiert

Als sie ihn am nächsten Tag zum Hundespaziergang abholen will, wartet er nicht wie sonst. Er ist wieder noch im Schlafanzug und wundert sich was Nele will. Der Nachbarin steckt er auf dem Friedhof die Zunge raus, statt freundlich mit dem Hut zu grüßen.
Was ist nur mit Opa los? Er vergisst jetzt oft etwas, sogar Neles Namen. Mama macht sich große Sorgen um Opa, als er sich immer mehr verändert. Was kann man denn da nur machen? Jetzt paßt nicht mehr Opa auf Nele auf, sondern Nele paßt auf den Andersopa auf. Er hat gute und schlechte Tage, aber immer ist Nele für ihn da.
Jetzt hat sie 2 Opas den Opa von früher und den Andersopa.

Gebundene Ausgabe: 32 Seiten, in der Größe 25,1 x 0,9 x 25,1 cm
empfohlenes Lesealter 5 – 7 Jahre
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (24. September 2018)

ISBN-13: 978-3446260573

Zum Buch

Der Autor Rolf Barth studierte Theater- und Filmwissenschaft, Germanistik und Politologie. Er war als Universitätsdozent, Rundfunkjournalist, Konzept- und Drehbuchautor fürs Fernsehen und das Theater tätig und schreibt Musicals, Familienshows, Rundfunkbeiträge und Kolumnen. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung als Prinzipal eines Zauber-Mitmach-Theaters für Kinder.
„Der Andersopa“ ist sein erstes Buch bei Hanser.
Aktuell tritt er als Geschichtenerzähler mit seinem Lesetheater auf.

Daniela Bunge studierte Pädagogik in Regensburg und legte ihr Diplom als Illustratorin an der Fachhochschule für Design in Münster ab. Sie lebt als Illustratorin in Berlin.

In dem Bilderbuch „Mein Andersopa“ muss Nele die Erfahrung machen, dass sich ihr geliebter Opa ganz plötzlich verändert, manchmal erkennt sie ihn fast nicht wieder. Dem Autor Rolf Barth und der Illustratorin Daniela Bunge ist in diesem Buch ein wahres Meisterwerk gelungen, dass sich mit dem Thema Altersdemenz oder auch Alzheimer auf eine wunderbare, einfühlsame und gut verständliche Art und Weise auseinandersetzt.
Wir erfahren, wie Nele mit der schweren Situation umgeht und alles so annimmt, wie es kommt und dabei sogar noch positive Seiten finden kann.

Altersdemenz

Demenz tritt in unserer Gesellschaft immer häufiger auf und fast jeder hat jemanden in der Familie oder kennt jemanden, der betroffen ist. Die Krankheit bringt für alle Beteiligten große Herausforderungen und großen Schmerz mit sich, umso wichtiger ist es, dass man auch daran denkt, wie man Kindern hilft damit umzugehen und sie nicht vor lauter eigenem Kummer vergißt.

„Der Andersopa“ ist ein fantastisches Kinderbuch, dass sich sehr einfühlsam und gefühlvoll dem Thema annimmt, es ist gleichermaßen für Kinder und Erwachsene wertvoll und ich kann es nur von ganzem Herzen empfehlen.

Einfühlsame Geschicht

Die Geschichte ist sehr gut verständlich und in einer kindgerechten Sprache verfaßt und geht sowohl den jungen, als auch den älteren Lesern ans Herz. Die Illustrationen sind ebenso treffend, wie liebevoll und warmherzig.
Man möchte sowohl Nele als auch den Andersopa in den Arm nehmen und für sie da sein. Die ein oder andere Träne hat sich ihren Weg gebahnt, denn wir wissen aus persönlicher Erfahrung, wie es ist, wenn sich Menschen scheinbar plötzlich verändern. Mein Sohn hatte eine Andersuroma und vieles kam uns sehr bekannt vor. Dieses wunderbare Buch wäre damals für uns sehr hilfreich gewesen.

Kurz: ein brilliantes Buch zu einem schweren Thema, was man nur jedem wärmstens empfehlen kann, nicht nur Menschen, die einen dementen Menschen betreuen.